Kulturfrische macht Pause.
Nach fünf Jahren Kulturarbeit am Berg und nach über 20 Jahren im europäischen Raum nehmen sich itshe+io ab Mai 2027 eine Auszeit.

Fünf Jahre Kulturfrische. Fünf Jahre voller Ideen, Begegnungen, Experimente, künstlerischer Positionen und gemeinsamer Momente. Fünf Jahre, in denen wir versucht haben, einen besonderen Ort für zeitgenössische Kunst und Kultur mitten in der steirischen Berglandschaft zu schaffen. Einen Ort, an dem neue Perspektiven möglich werden, an dem Menschen zusammenkommen und Kunst auch jenseits etablierter kultureller Zentren stattfinden kann.
Nach über 20 Jahren Kulturarbeit im europäischen Raum, geprägt von vielfältigen künstlerischen Projekten, internationalen Kooperationen und kuratorischen Erfahrungen, blicken wir auf eine bewegte Zeit zurück.

Mit Mai 2027 legen wir die Kulturfrische vorerst auf Eis.
Diese Entscheidung ist keine spontane, sondern das Ergebnis einer längeren Auseinandersetzung mit dem, was wir tun möchten – und vor allem mit dem, was wir nicht mehr tun wollen. Nach fünf Jahren intensiver, überwiegend ehrenamtlicher Kulturarbeit möchten wir unsere Zeit, Energie und Kreativität wieder stärker unseren eigenen künstlerischen Vorhaben widmen: unserer Arbeit als itshe+io und der Weiterentwicklung der Absteige zur bärtigen Therese.
Auch die Rahmenbedingungen haben sich verändert. Förderlandschaften werden zunehmend komplexer, die Anforderungen an Kulturinitiativen immer umfangreicher und die Spielräume für unabhängige, experimentelle Kulturarbeit nicht unbedingt größer. Wir haben wenig Interesse daran, unsere künstlerische Energie dauerhaft in Förderanträge, Organisationsstrukturen und unbezahlte Arbeit zu investieren.
Und dann ist da noch eine andere, sehr persönliche Erkenntnis: Die Kultur, die uns wirklich interessiert und antreibt, ist und bleibt QUEERE KULTUR. Sie ist für uns keine thematische Nische und kein gelegentlicher Programmschwerpunkt, sondern eine künstlerische und gesellschaftliche Haltung. Wir haben in den vergangenen Jahren versucht, dafür am Berg Räume zu öffnen. Gleichzeitig mussten wir feststellen, dass das Interesse an dieser Form von Kultur hier nur begrenzt vorhanden ist.

Vielleicht ist es deshalb an der Zeit, selbst wieder mehr dorthin zu gehen, wo uns kulturell etwas begegnet, wo wir uns inspirieren lassen und Teil einer lebendigen Szene sein können. Wir möchten künftig mehr Zeit in europäischen Städten verbringen, queere Kultur entdecken, Künstler:innen begegnen, Ausstellungen besuchen, Performances erleben und einfach wieder einmal Publikum sein – statt immer diejenigen, die alles organisieren.
Wir verstehen diese Pause auch als Möglichkeit, den Blick zu verändern, Abstand zu gewinnen und Raum für neue Ideen entstehen zu lassen. Was daraus wird, lassen wir bewusst offen.

Unser herzlicher Dank gilt allen Künstler:innen, Kooperationspartner:innen, Fördergeber:innen, Unterstützer:innen, Besucher:innen und Freund:innen, die die Kulturfrische in den vergangenen fünf Jahren begleitet, ermöglicht und mit Leben gefüllt haben. Ihr habt diesen besonderen Ort mit uns geteilt und zu dem gemacht, was er geworden ist.
Kultur braucht nicht nur Orte, sondern auch Menschen, die sie mit Leidenschaft gestalten. Und manchmal braucht es den Mut, damit aufzuhören, um wieder Platz für etwas Neues zu schaffen.
Wir sehen uns. Vielleicht am Berg. Vielleicht in einer europäischen Stadt. Ganz bestimmt irgendwo dort, wo queere Kultur stattfindet.

Itshe+io


Die Kulturfrische ist eine Kulturinitiative im Bergdorf Trahütten.
Inspiriert von der einstigen Sommerfrische Trahütten
gründete das Künstler:innenpaar itshe+io die Kulturfrische
Die Kulturfrische verbindet aktuelle Tendenzen in der Kunst- und Kulturszene
mit traditionellen kulturellen Bedürfnissen der Alm.

Kulturelle Projekte von itshe+io gibt es schon seit über 20 Jahren.
2005 in Hamburg begonnen, über Berlin, Bulgarien nach Wien und seit 2021 in Trahütten.
Mehr zu den vergangenen Projekten findet ihr im Projektarchiv.

Warum Trahütten?

Künstler:innen im Almdorf Trahütten, das hat schon lange Tradition:
Alban Berg schrieb hier seine Opern,
Schriftsteller Hans Lebert seine Romane,
Alma Mahler-Werfel verzückte durch ihre performative Präsenz den Dorfpfarrer,
Franz Nahowski malte hier großartige Werke
und es kann nur vermutet werden wer noch alles durch das Bergdorf flanierte. 

Warum Kunst und Kultur im Bergdorf?

Kunst und Kultur ist ein Nahrungsmittel.
Kunst und Kultur fördert ein soziales Miteinander.
Kunst und Kultur schafft Identität.
Kunst und Kultur belebt den Geist.
Kunst und Kultur fördert eine offenere Gesellschaft.

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