



LITERATURFRISCHE 2026
Queer Writers Residency in der Absteige zur bärtigen Therese
Mit der Literaturfrische 2026 etabliert die Kulturfrische Trahütten ein Residency-Format, das literarisches Schreiben als eigenständige künstlerische und forschende Praxis versteht. Vom 19. bis 28. Oktober 2026 arbeiten drei internationale Autor:innen und Künstler:innen in der Absteige zur bärtigen Therese in Trahütten an individuellen literarischen Projekten. Im Zentrum stehen queere Perspektiven auf Körper, Identität, Erinnerung, Raum, Migration und Geschichte sowie die Frage, welche Formen des Schreibens entstehen können, wenn literarische Praxis mit anderen Wissens- und Kunstfeldern verbunden wird.
Die Auswahl der Teilnehmer:innen folgt dabei keinem Verständnis von „queerer Literatur“ als homogenem Genre. Vielmehr versammelt die Residency unterschiedliche Verfahren und Positionen: Architektur und räumliche Forschung, literarische Fiktion sowie essayistisches und transhistorisches Schreiben. Queerness wird dabei als epistemische und ästhetische Perspektive verstanden – als eine Möglichkeit, etablierte Kategorien von Körper, Geschlecht, Begehren, Geschichte und gesellschaftlicher Ordnung kritisch zu befragen.
Drei Positionen – drei Formen des Schreibens
Alexander Auris, unabhängiger peruanischer Architekt, Forscher und Autor mit derzeitigem Lebensmittelpunkt in Brüssel, untersucht die Beziehungen zwischen Architektur, Queerness und gesellschaftlicher Praxis. Seine Forschung bewegt sich zwischen Theorie, Schreiben, Performance und Film. Mit seinem Manifest A Queer Architecture Practice entwickelt er eine theoretische und ethische Grundlage für eine Architekturpraxis, die sich nicht auf das Entwerfen von Gebäuden beschränkt, sondern Schreiben, Forschung und andere Formen der Wissensproduktion als architektonische Praxis begreift. Seine Teilnahme erweitert den Begriff literarischen Schreibens um eine räumliche und architekturtheoretische Dimension.
Júlia da Silva Moreira, brasilianische Schriftstellerin mit Wohnsitz in Berlin, arbeitet mit den Mitteln der literarischen Fiktion zu Erinnerung, Migration, queerer Identität und Gender. Ihr Debütroman Acho que vamos todas para o céu(Diadorim Editora, 2025) erzählt die miteinander verbundenen Lebensgeschichten zweier trans Freundinnen und befindet sich bereits in zweiter Auflage. Für die Literaturfrische entwickelt sie ihren zweiten Roman A Segunda Virgindade de J.B.weiter. Die Erzählung setzt nach einer geschlechtsangleichenden Operation an und wird aus der Perspektive der Vagina der Hauptfigur erzählt. Moreiras Arbeit untersucht damit nicht nur Fragen von Geschlecht und körperlicher Autonomie, sondern auch die Möglichkeiten literarischer Perspektivierung und die Beziehung zwischen Körper, Sprache und Erinnerung.
Evan Hugo Tepest, geboren im Rheinland und in Leipzig lebend, verbindet essayistisches und literarisches Schreiben mit einer Auseinandersetzung mit Begehren, Glauben, Sexualität und trans Geschichte. In Power Bottom (2023), seinem Roman Schreib den Namen deiner Mutter (2024) und Sind Penisse real? (2025) untersucht Tepest Körper, Männlichkeit, Transition und die kulturellen Bedeutungen, die an Geschlecht und Sexualität gebunden werden. Seine Arbeit bewegt sich zwischen Literatur, Theorie und Performance und interessiert sich für die Frage, wie persönliche Erfahrung, gesellschaftliche Norm und historische Überlieferung sprachlich verhandelt werden können. Sind Penisse real? war für den Clemens-Brentano-Preis 2026 nominiert.
Schreiben als künstlerische Forschung
Die drei Positionen verbindet ein erweitertes Verständnis von Schreiben. Literatur erscheint hier nicht ausschließlich als Produktion abgeschlossener Texte, sondern als Methode der Recherche, Analyse und künstlerischen Erkenntnis. Schreiben kann Räume untersuchen, Körper neu beschreiben, historische Leerstellen sichtbar machen oder dominante Erzählungen durch alternative Perspektiven verschieben.
Damit knüpft die Literaturfrische an zeitgenössische Formen künstlerischer Forschung an, in denen Wissen nicht ausschließlich wissenschaftlich produziert und vermittelt wird, sondern auch durch ästhetische Verfahren, subjektive Erfahrung und experimentelle Formen des Denkens entsteht.
Der queere Kontext der Residency ist dabei nicht lediglich eine thematische Spezialisierung. Er betrifft auch die Frage nach den Bedingungen kultureller Produktion: Wer schreibt? Aus welcher Position wird erzählt? Welche Körper und Biografien werden historisch dokumentiert, welche marginalisiert oder unsichtbar gemacht? Und welche sprachlichen und ästhetischen Formen sind notwendig, um Erfahrungen zu artikulieren, die sich etablierten Kategorien entziehen?
Die Absteige zur bärtigen Therese als kultureller Produktionsort
Die Absteige zur bärtigen Therese, gegründet und betrieben von itshe+io – Itshe Petz und Io Tondolo, bildet den räumlichen und sozialen Kontext der Residency. Das Haus verbindet Hotellerie, Gastronomie, bildende Kunst, Performance und queere Kultur. Es ist damit nicht nur Veranstaltungsort, sondern Teil der künstlerischen Infrastruktur, in der die eingeladenen Positionen arbeiten.
Die Arbeit von itshe+io bewegt sich seit Jahren zwischen Kunst, Performance, Gestaltung, kultureller Produktion und queerer Praxis. Mit der Therese haben sie einen Ort entwickelt, an dem diese unterschiedlichen Felder nicht voneinander getrennt funktionieren. Die alltägliche Nutzung des Hauses als Hotel und Gasthaus steht neben Atelier, Ausstellung, Performance und Residency.
Die Kulturfrische Trahütten versteht diese Verbindung von Produktion, Aufenthalt und öffentlichem Kulturraum als wesentlichen Bestandteil ihrer Arbeit. Seit 2021 entwickelt die Initiative künstlerische Projekte in Trahütten und nutzt dabei die vorhandene ländliche Infrastruktur als Ausgangspunkt für zeitgenössische kulturelle Praxis. Internationale Künstler:innen treffen auf einen spezifischen lokalen Kontext – nicht als Kulisse, sondern als konkreten sozialen, räumlichen und kulturellen Produktionsort.
Eine Residency zwischen Literatur, Kunst und Raum
Die Literaturfrische positioniert Trahütten damit als Ort literarischer und künstlerischer Produktion. Entscheidend ist nicht die Repräsentation queerer Literatur, sondern ihre Herstellung: Zeit für Recherche, konzentriertes Schreiben, Austausch und die Entwicklung neuer Arbeiten.
Die drei eingeladenen Positionen markieren unterschiedliche Zugänge zu diesem Prozess. Auris untersucht Raum und Architektur als queere Praxis, Moreira arbeitet mit literarischer Fiktion an Körper, Erinnerung und Geschlecht, Tepest verbindet Literatur mit Fragen von Begehren, Transgeschichte und gesellschaftlicher Normierung.
Die Residency schafft dafür einen zeitlich begrenzten Produktionsraum, in dem diese unterschiedlichen Verfahren nebeneinander existieren und miteinander in Beziehung treten können.
Literaturfrische 2026 versteht Schreiben als künstlerische Praxis, als Recherche und als Form der Wissensproduktion – und die queere Perspektive als eine Möglichkeit, bestehende Vorstellungen von Raum, Körper, Geschichte und Identität neu zu lesen.
19.–28. Oktober 2026 · Absteige zur bärtigen Therese · Trahütten · Weststeiermark



LESUNG & WERKGESPRÄCH
Literaturfrische / Queer Writers Residency
Sonntag, 25.10.2026 · 15 Uhr
Absteige zur bärtigen Therese · Trahütten
Eintritt frei
Am Sonntag, 25. Oktober 2026 um 15 Uhr laden wir zur öffentlichen Lesung und zum Werkgespräch im Rahmen der Literaturfrische / Queer Writers Residency bei der Absteige zur bärtigen Therese.
Vom 19. bis 28. Oktober 2026 sind drei internationale Autor:innen für zehn Tage bei der Therese zu Gast und arbeiten an ihren aktuellen literarischen Projekten. Für die Lesung öffnen sie ihre Residency und geben Einblicke in ihre Texte, ihre Schreibweisen und die unterschiedlichen literarischen Perspektiven, aus denen sie sich mit Körper, Identität, Erinnerung, Migration, Geschlecht und Geschichte beschäftigen.
Davor: Brunch bei der Therese
Wir empfehlen, die Lesung mit einem herbstlichen Brunch bei der Therese zu verbinden.
Von 10 bis 15 Uhr gibt es unseren Brunch mit Zeit zum Ankommen, Essen und Plaudern. Danach bleibt Zeit für einen Spaziergang durch die duftenden Herbstwälder rund um die Therese, bevor um 15 Uhr die Lesung beginnt.
So lässt sich der Sonntag wunderbar verbinden: Brunch · Herbstwald · Literatur · Werkgespräch – ein kleiner Kulturausflug auf die Alm.
Drei Autor:innen – drei unterschiedliche Perspektiven
Alexander Auris kommt aus Peru und lebt in Brüssel. Er arbeitet als unabhängiger Architekt, Forscher und Autor. In seinem Schreiben und seiner Forschung beschäftigt er sich mit den Beziehungen zwischen Architektur, Queerness und gesellschaftlicher Praxis. Sein Manifest A Queer Architecture Practice verbindet theoretische Überlegungen mit Schreiben und Forschung und erweitert damit auch die Frage, wie über Raum und Architektur geschrieben werden kann.
Júlia da Silva Moreira ist eine brasilianische Schriftstellerin und lebt in Berlin. Ihr Debütroman Acho que vamos todas para o céu erschien 2025 bei Diadorim Editora und erzählt die miteinander verbundenen Lebensgeschichten zweier Travestis. Moreira schreibt über Erinnerung, Migration, Körper, Liebe und Geschlecht. Während der Literaturfrische arbeitet sie an ihrem zweiten Roman A Segunda Virgindade de J.B., der nach einer geschlechtsangleichenden Operation aus einer ungewöhnlichen körperlichen Perspektive erzählt wird.
Evan Hugo Tepest, geboren im Rheinland und heute in Leipzig lebend, verbindet Roman, Essay und literarisches Schreiben mit einer Auseinandersetzung mit Begehren, Körpern, Männlichkeit, Sexualität, Transition und trans Geschichte. In Power Bottom (2023), Schreib den Namen deiner Mutter (2024) und Sind Penisse real? (2025) untersucht er die kulturellen und gesellschaftlichen Bedeutungen von Geschlecht und Sexualität. Sind Penisse real? war für den Clemens-Brentano-Preis 2026 nominiert.
Drei sehr unterschiedliche Zugänge zum Schreiben treffen bei der Literaturfrische aufeinander: Architektur und Raum, literarische Fiktion, Essay und trans Geschichte – verbunden durch queere Perspektiven auf Körper, Identität, Erinnerung und gesellschaftliche Ordnung.
Die Lesung bietet damit nicht nur Einblick in die entstehenden Texte, sondern auch in die Schreibprozesse und Fragen, die hinter diesen Texten stehen.
Was: Lesung & Werkgespräch
Wer: Alexander Auris · Júlia da Silva Moreira · Evan Hugo Tepest
Wann: Sonntag, 25. Oktober 2026 · 15 Uhr
Wo: Absteige zur bärtigen Therese, Trahütten
Eintritt: frei
Davor: Brunch bei der Therese · 10–15 Uhr
Empfehlung: Brunch & Lesung miteinander verbinden
Reservierung:
therese@absteige.eu
0699 170 27 907
Itshe Petz
queer · allies
Die ganze Vielfalt der LGBTQIA+ Community sowie Menschen, die der queeren Community positiv und solidarisch gegenüberstehen, sind herzlich willkommen.

Alexander Auris
Alexander Auris ist ein peruanischer Architekt, Forscher und Autor, der seit 2018 in Brüssel lebt. Er studierte Urbanismus und Architektur an der Pontificia Universidad Católica del Perú und absolvierte anschließend ein Masterstudium der Architektur an der KU Leuven in Belgien, das er 2020 mit Auszeichnung abschloss. Seine berufliche und akademische Arbeit verbindet räumliche Forschung mit Fragen gesellschaftlicher Teilhabe, Queerness und der Beziehung zwischen Körper, sozialer Erfahrung und gebauter Umwelt. alexauris.com
Ein wesentlicher Ausgangspunkt seiner Arbeit ist die persönliche Erfahrung, sich als queere Person in unterschiedlichen räumlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen zu bewegen. Daraus entwickelte Auris eine Forschung über Queerness und Raum, die sich nicht ausschließlich mit physischer Architektur beschäftigt, sondern auch mit sozialen Beziehungen, Zugehörigkeit, Sicherheit, Sichtbarkeit und den emotionalen Erfahrungen, die mit Orten verbunden sind. In seinem Forschungsprojekt Queer Commons untersucht er unter anderem, welche Räume und Erfahrungen queere Menschen miteinander teilen und wie daraus Formen von Gemeinschaft entstehen können. The Kosovo Architecture Foundation
Seine Arbeit wird in unterschiedlichen Formen veröffentlicht und präsentiert – unter anderem als Schreiben, Forschung, Film und performative Formate. Er war an Ausstellungen und Architekturveranstaltungen wie der Oslo Architecture Triennale und CIVA in Brüssel beteiligt und hat zu Publikationen über queere Räume und Architektur beigetragen. 2025 präsentierte er seine Forschung A Queer Architecture Practice in Brüssel. Dabei geht es unter anderem um Sprache, Arbeit und Praktiken und um die Entwicklung eines persönlichen Manifests für eine queere Architekturpraxis. alexauris.com
Für die Literaturfrische ist Auris insbesondere deshalb interessant, weil sein Schreiben an einer Schnittstelle zwischen Raumforschung, persönlicher Erfahrung und theoretischer Reflexion entsteht. Schreiben wird bei ihm zu einer Methode, Räume anders zu lesen und die gesellschaftlichen Bedingungen zu untersuchen, unter denen Menschen sich bewegen, begegnen und zugehörig fühlen.

Júlia da Silva Moreira
Júlia da Silva Moreira ist eine brasilianische Schriftstellerin, die in Berlin lebt. Ihr literarisches Debüt Acho que vamos todas para o céu erschien 2025 bei Diadorim Editora. Der 284 Seiten umfassende Roman bewegt sich zwischen Erinnerung, Fiktion und persönlicher Geschichte und folgt dem Leben einer Travesti-Figur von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter. Im Zentrum stehen Fragen nach Herkunft, Selbstbenennung, Körper, Liebe und der Entstehung einer eigenen Identität. Diadorim Editora
Eine besondere Rolle spielt dabei die Erinnerung. Die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt; Erinnerungen, Beziehungen, Familiengeschichte und Erfahrungen tauchen fragmentarisch auf und verbinden sich miteinander. Die Literatur wird dabei selbst zu einem Ort, an dem die Hauptfigur ihre Geschichte zurückgewinnen und neu formulieren kann. Der Verlag beschreibt das Schreiben als einen Prozess des Benennens und Sich-selbst-Erzählens: Die Figur entscheidet zunehmend selbst, wer sie ist und wie ihre Geschichte erzählt wird. Diadorim Editora
Moreiras Schreiben bewegt sich damit stark zwischen Körper, Sprache und Erinnerung. Auch ihre Auseinandersetzung mit Sprache wurde in einem Berliner Gespräch mit der Schriftstellerin Amara Moira sichtbar. Bei dieser Veranstaltung standen ihre beiden Bücher, queere Literatur und die Möglichkeiten von Sprache im Mittelpunkt. Dabei wurde auch Bajubá/Pajubá, die von brasilianischen Travestis entwickelte und fortlaufend veränderte Sprachpraxis, thematisiert. Moreira stellte dort ihre Figur Luana vor und las aus ihrem Roman. Janainas e.V
Während der Literaturfrische arbeitet Moreira an ihrem zweiten Roman A Segunda Virgindade de J.B.. Im Zentrum steht erneut der Körper und die Frage, wie literarische Sprache körperliche Erfahrung erzählen kann. Besonders ungewöhnlich ist die gewählte Perspektive: Die Geschichte setzt nach einer geschlechtsangleichenden Operation an und wird aus der Perspektive der Vagina der Hauptfigur erzählt.
Moreiras Schreiben interessiert sich damit nicht nur dafür, was erzählt wird, sondern auch dafür, wer erzählen kann, aus welchem Körper heraus erzählt wird und welche Sprache dafür gefunden werden muss.

Evan Hugo Tepest
Evan Hugo Tepest, geboren im Rheinland, lebt und arbeitet in Leipzig. Er schreibt Romane, Essays und literarische Texte und lehrt Kreatives Schreiben. Seine Arbeit beschäftigt sich intensiv mit Körper, Begehren, Sexualität, Geschlecht, Männlichkeit und trans Geschichte. Neben seiner schriftstellerischen Arbeit veröffentlicht er Texte in Zeitschriften und Anthologien und entwickelt Schreib- und Rechercheformate. Piper Verlag
2023 erschien sein Essayband Power Bottom im MÄRZ Verlag. 2024 folgte sein erster Roman Schreib den Namen deiner Mutter bei Piper. Der Roman beschäftigt sich mit familiären Beziehungen und dem, was innerhalb einer Familie unausgesprochen bleibt. Im Zentrum steht eine Familie, deren Beziehungen durch Leerstellen, Erinnerungen und unterschiedliche Vorstellungen voneinander geprägt sind. Morawa
2025 erschien Sind Penisse real?, ein persönlicher und zugleich theoretischer Essay über Transition, Männlichkeit und die Bedeutung des Penis für Körperbild, Selbstverständnis, Sexualität und gesellschaftliche Vorstellungen von Geschlecht. Für das Buch spricht Tepest mit Menschen über Ängste, Macht, Sexualität, Fantasien und die Kulturgeschichte des Penis und verbindet diese Gespräche mit persönlicher Erfahrung, Literatur und Theorie. Piper Verlag
Gerade diese Verbindung unterschiedlicher Schreibformen ist charakteristisch für Tepests Arbeit: persönliche Erfahrung wird nicht isoliert erzählt, sondern mit gesellschaftlichen und historischen Fragen verbunden. Körper und Sexualität werden dabei zu Ausgangspunkten für größere Fragen nach Normen, Macht, Männlichkeit und Identität.
Neben seinen Büchern lehrt Tepest Kreatives Schreiben und beschäftigt sich in seiner Arbeit auch mit queerer und trans Geschichte. Sein Essay Sind Penisse real? wurde für den Clemens-Brentano-Preis 2026 nominiert. Piper Verlag
Für die Literaturfrische ist Tepests Arbeit besonders interessant, weil sie die Grenzen zwischen literarischem Erzählen, Essay, persönlicher Erfahrung, Recherche und theoretischem Denken immer wieder verschiebt.

literaturfrische 2026
queer writers residency
19.10. – 28.10.2026
Die literaturfrische geht in die zweite Runde. Auch 2026 vergibt die kulturfrische Trahütten gemeinsam mit der Absteige zur bärtigen Therese 3 Residency Plätze für queere Schriftsteller:innen.
Während des zehntägigen Aufenthaltes in Trahütten können die Teilnehmer:innen ihrer eigenen schriftstellerischen Praxis nachgehen, sich mit dem Jahresthema Resilienz befassen und sich über ihre Arbeitsweisen austauschen.
THEMA: RESILIENZ
Resilienz beschreibt die Fähigkeit, Krisen, Widerstände oder Veränderungen nicht nur zu überstehen, sondern sie in einen Prozess des Lernens und Wachsens zu verwandeln. Im Kontext künstlerischer Praktiken und des Lebens am Land erhält dieser Begriff eine besondere Bedeutung: Beide Bereiche sind geprägt von Unsicherheiten, von Abhängigkeiten gegenüber äußeren Faktoren – und zugleich von der Möglichkeit, diese Bedingungen kreativ zu transformieren.
Für Künstler:innen bedeutet Resilienz, trotz ökonomischer Unsicherheiten, schwankender Sichtbarkeit oder gesellschaftlicher Umbrüche eine kontinuierliche Praxis aufrechtzuerhalten. Oft geht es darum, neue Wege der Produktion, der Kooperation und der Präsentation zu finden. Resilienz zeigt sich hier als ein offenes, experimentelles Handeln, das Einschränkungen nicht nur hinnimmt, sondern als Impuls für neue Ausdrucksformen versteht.
Das Leben am Land ist ebenso von äußeren Einflüssen geprägt: Wetterlagen, strukturelle Veränderungen in der Landwirtschaft, Abwanderung oder infrastrukturelle Lücken erfordern ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit. Resilienz bedeutet hier, Gemeinschaftsformen zu pflegen, Ressourcen kreativ zu nutzen und im Einklang mit natürlichen Zyklen zu agieren. Gerade die Nähe zu Natur und Jahreszeiten fordert immer wieder Flexibilität, Ausdauer und die Fähigkeit, das Unvorhersehbare produktiv einzubinden.
Wo sich künstlerische Praxis und das Leben am Land überschneiden, entsteht ein besonderer Resonanzraum für Resilienz: Künstler:innen, die in ländlichen Kontexten arbeiten, verknüpfen kreative Strategien mit den Lebensrealitäten vor Ort. Sie entwickeln Projekte, die ökologische Fragen aufgreifen, soziale Bindungen stärken oder neue Perspektiven auf vermeintlich „periphere“ Räume eröffnen. In dieser Verbindung zeigt sich Resilienz nicht als bloßes Durchhalten, sondern als schöpferische Kraft, die Wandel ermöglicht und Gemeinschaften inspiriert.
Am Sonntag, den 25.10.2026 sind die Schriftsteller:innen eingeladen, im Rahmen der Queer Autumn Week eine kleine öffentliche Lesung / Werkgespräch zu geben und mit dem Publikum in Dialog zu treten.
Es wird für den Aufenthalt Reisekosten, ein Hotelzimmer und Verpflegung zur Verfügung gestellt.
Bewerbungen für die Residency bitte an:
info@kulturfrische.at / Deadline: 01.07.2026
Die queer writers residency wird gefördert vom:
Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport / Land Steiermark / Gemeinde Deutschlandsberg
*Die ganze Vielfalt der LGBTQIA+ Community ist bei der QUEER WRITERS RESIDENCYherzlich willkommen sich zu bewerben.
Die literaturfrische 2026 wird gefördert von: Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport , dem Land Steiermark / Kultur, Europa, Sport und der Stadtgemeinde Deutschlandsberg



